Hinweise zu Land, Stadt und Kultur

Venezuela

Hinweise zu Land, Stadt und Kultur

VENEZUELA (amtlich Bolivarische Republik Venezuela) ist ein südamerikanischer Staat an der Karibikküste. Er grenzt an Brasilien, Kolumbien und Guyana. Venezuela ist das sechstgrößte Land Südamerikas. Die Hauptstadt Caracas ist gleichzeitig auch die größte Stadt des Landes. In Venezuela gibt es heute 43 Nationalparks und 36 Naturdenkmäler. 62,9 Prozent (2007) der Landesfläche sind als geschützt ausgewiesen.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Gallup vom Dezember 2012, zählen die Einwohner des Landes mit zu den glücklichsten Menschen auf der Erde.

Geographie
Die gesamte Länge der Landesgrenzen Venezuelas beträgt 4.612 Kilometer. Venezuela lässt sich in vier Regionen einteilen:
• die Anden, die sich in einem breiten Ost-West-Bogen von der kolumbianischen Grenze entlang des Karibischen Meeres nach Osten erstrecken;
• die Orinoco-Ebenen (Llanos) im Zentrum;
• die Maracaibo-Tiefländer im Nordwesten;
• das Hochland von Guayana im Südosten.
Es ist landschaftlich so vielfältig wie kein anderer südamerikanischer Staat.
Klima
Obwohl Venezuela mitten in der tropischen Klimazone liegt, findet man, abhängig von der Höhenlage, der Topographie und der Richtung und Intensität der vorherrschenden Winde, alle Klimatypen vom tropisch feuchten bis zum alpinen Klima. Im Großteil des Landes herrscht von Mai bis Oktober Regenzeit. Die mittlere Höchsttemperatur des Landes liegt zwischen 30 °C und 31 °C. Allerdings kann die Temperatur an einzelnen Orten von diesem Durchschnittswert abweichen, so kommt es nicht selten zu Höchsttemperaturen um die 40 °C. Die mittlere Minimaltemperatur bewegt sich je nach Monat zwischen 7 °C und 12 °C, wobei sie von April bis November kaum unter 10 °C fällt. Von Juli bis Januar regnet es mitunter fast einen halben Monat lang, in den anderen Monaten gibt es nur einen bis sieben Regentage pro Monat.

Bevölkerung

Venezuela hat rund 29 Millionen Einwohner. Davon sind 67 % Mestizen, 21 % der Venezolaner sind europäischer, 10 % afrikanischer und 2 % indianischer Abstammung. Ungefähr 85 % der Bevölkerung leben in den städtischen Gebieten im Norden des Landes. Im Gebiet südlich des Orinoco leben nur 5 % der Einwohner, es leben noch indigene Stämme wie die Waika mit traditioneller Lebensweise in diesem Gebiet.

Sprachen

Amtssprache ist Spanisch und es gibt daneben Wayuu, Warao, Pemon, Mapoyo, Panare, Puinave, Pémono, Sapé, Sikiana, Yabarana und Yaruro.

Religion

96 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 2 % gehören dem protestantischen Glauben an. 104.000 Venezolaner (0,3 %) sind Anhänger der Zeugen Jehovas. 12.000 Einwohner (0,04 %) bekennen sich zur Neuapostolischen Kirche. Zum Islam bekennen sich etwa 95.000 Einwohner (0,3%). Juden und Anhänger von indigenen Religionen bilden weitere Minderheiten. Zusätzlich haben sich einige kleinere religiöse Kulte im Land verbreitet, darunter der María-Lionza-Kult. Der wichtigste Heilige ist José Gregorio Hernández. Seine Figuren, mit schwarzem Filzhut und elegantem Anzug, sind in Wohnungen, Läden und Kirchen zu finden.

Feiertage
Das Jahr beginnt mit dem 1. Januar, dem Neujahr. Im März/April gibt es das Osterfest. Wie in anderen Ländern gibt es am 1. Mai den Tag der Arbeit. Am 24. Juni wird die Schlacht von Carabobo gefeiert. Bedingt durch die starke katholische Tradition des Landes werden die verschiedensten Heiligentage in kleinen lokalen Festen das ganze Jahr hindurch gefeiert.

Bildung
In Venezuela gibt es sowohl ein staatliches als auch ein privates Schul- und Hochschulsystem. Im lateinamerikanischen Vergleich ist das Hochschulsystem sehr gut, jedoch sind noch deutliche Defizite im staatlichen Schulsystem zu erkennen. Die Schulpflicht beträgt neun Jahre, allerdings erfüllten diese 1998 nur etwa 60 % der schulpflichtigen Kinder.

CARACAS (offiziell: Santiago de León de Caracas)
ist die Hauptstadt und größte Stadt Venezuelas. Es gilt als Kultur- und Wirtschaftszentrum des Landes. Mit ihren 3,3 Millionen Einwohnern im eigentlichen Stadtgebiet und 4,5 Millionen in der Agglomeration (Volkszählung 2011) ist Caracas der größte städtische Ballungsraum Venezuelas. Laut der britischen Wochenzeitschrift The Economist ist Caracas auf Platz 6 der teuersten Städte der Welt.

Geographie
Die Stadt liegt im Norden Venezuelas in 760–920 m Höhe im Caracas-Tal, welches zum Küstengebirge Venezuelas gehört. Das Klima ist tropisch mit einer mittleren Jahrestemperatur von 22,5 °C.

Wirtschaft
Caracas ist das Finanzzentrum und Industriezentrum Venezuelas. Die bedeutendsten Industriezweige von Caracas sind die Textil-, die Leder-, die Maschinen-, Automobil- (z.B.: MMC Automotriz) und die Metallindustrie. Die chemische Industrie, die Nahrungsmittelindustrie, sowie die internationale Netz von Erdölraffinerien von Petroleos de Venezuela (PDVSA) spielen eine ebenfalls große politische und wirtschaftliche Rolle. Caracas ist Sitz der einzigen Börse des Landes, der Bolsa de Valores de Caracas.